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Ich sorge mich um meine berufliche Zukunft

An Herausforderungen wächst man, so heißt es im Volksmund. Doch bis es soweit ist, lassen wir oft erst einmal Federn und wissen nicht mehr so genau, ob die Herausforderung nicht auch nach hinten losgehen kann. Gerade in verantwortungsvollen Positionen gerät man schnell ins Kreuzfeuer der Politik und der verschiedenen Interessen. Ehe man sich versieht, werden einem Themen oder Handlungen zugeschrieben, mit denen man persönlich eigentlich gar nichts zu tun hat. Die vielleicht schon seit Jahren schief liegen, die jetzt aber durch ein Projekt zum Vorschein kommen. Das ist der Moment, in dem gerne der Scope eines Projektes verschoben werden muss und pragmatisch entschieden wird, was neu oder anders im Ergebnisumfang enthalten sein soll. Und plötzlich steht IHR Name drauf. Sie sind für etwas verantwortlich, das über ggf. viele Jahre bereits schlecht oder falsch gelaufen ist.


Alle möglichen Emotionen und Versäumnisse werden auf Sie projiziert – und manchmal wird die Luft ganz schön dünn. Spürbar verändert sich die Stimmungslage und eben noch wohlgesonnene Kollegen wenden sich aufgrund ihrer eigenen Rolle in den Versäumnissen der Vergangenheit ab. Ich will ehrlich sein: ja, das kann Sie Ihren Job kosten! Derlei Situationen sind brandgefährlich. Heute möchte ich Ihnen ein paar Strategien mitgeben, wie Sie sich in dieser Situation verhalten können:

Die Full-Force-Strategie
Manchmal erfordert es eine neutrale, externe Person, die Sie auf das kritische Thema setzen können, die in der Lage ist, gut zu analysieren und zu durchdringen – die aber im Worst Case gehen kann, wenn es politisch zu heiß wird. Die meisten Berater sind hier völlig schmerzfrei. Am besten informieren Sie denjenigen ausreichend über die kritische der Lage. Setzen Sie ihn regelrecht auf das Thema an – und zwar exklusiv! Keine Nebenjobs, keine Kompromisse. Teilen Sie alle Risiken aus politischer und historischer Sicht mit und einigen Sie sich auf die konkrete Form der Arbeitsergebnisse.

Der Grund: Ein historisch gewachsenes, problembehaftetes Thema mit vielen bereits bekannten Problemen erfordert volle Aufmerksamkeit. Sie können das nicht „nebenher“ leisten.

Sie selbst können sich nur die Finger verbrennen: inhaltlich/politisch oder weil Sie nicht ausreichend Zeit haben. Und für Sie und Ihr Unternehmen ist es immer besser, wenn keine internen Know-how-Träger das Haus verlassen.

Die Ehre-Strategie
Finden Sie heraus, wer in Wahrheit – im Regelbetrieb – für das Thema zuständig ist. Nehmen Sie die Änderung des Projektscopes nicht an und bestehen Sie darauf, dass diese Person das Thema lösen muss.

Der Grund: Nur der, der eine Lösung selbst erarbeitet, wird die Lösung bedingungslos vertreten können. Machen Sie sich auf harte Verhandlungen gefasst, aber es wird eine Win-win-Situation entstehen, wenn Sie durchhalten: das Unternehmen wird alte, kostspielige Probleme los und der Verantwortliche hat die Chance, selbige zu übernehmen.

Ich kann Ihnen nur raten: gehen Sie in die Offensive. Grenzen Sie sich klar ab und nehmen Sie sich die Zeit, IHRE Regeln und IHRE Bedingungen für sich selbst klar zu machen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Ihre
Sabine Zehnder

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